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Interview mit Stefan Kröplin - Produktionsleiter MDF in Wismar

Wir haben heute Stefan Kröplin, Produktionsleiter der MDF-Produktion am Standort Wismar, einige Fragen gestellt!


v.l.n.r.: Phillip, Sarah, Stefan Kröplin, Kevin und Tim

Wann und wie sind Sie zu EGGER gekommen und in welchem Bereich sind Sie damals gestartet?
Ich bin 2001 zu EGGER gekommen. Damals war ich frischgelernter KFZ Mechaniker. Mein Weg bei EGGER begann zunächst als Hilfskraft in der Leimproduktion. Nach kurzer Zeit wurde ich dann bereits als Operator eingesetzt und anschließend habe ich mich bis zum Schichtführer weiterentwickeln können.
2007 bekam ich durch den Ruhestand des damaligen Produktionsleiters und Nachrücken des damals aktuellen Produktionsmeisters die Chance, die Position des Produktionsmeisters zu besetzen. Diesem bin ich 6 Jahre lang mit Begeisterung nachgekommen bis ich anschließend die Möglichkeit bekam, mich neuen technischen Herausforderungen im Bereich MDF-Produktion zu stellen und zunächst Assistent des Produktionsleiters zu werden.
Seit 2014 bin ich nun selbst der Produktionsleiter, führe 45 Mitarbeiter und stelle mich jeden Tag den Herausforderungen, die der Job mit sich bringt ;-)

Was macht für Sie den Job als Produktionsleiter aus?
Das Zusammenwirken mit meinem gesamten Team macht für mich den Grundsatz meiner Arbeit aus. Gemeinsam etwas zu bewegen, Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu optimieren und somit den Produktionsprozess zu gestalten. Ich bin stolz auf die Zusammenarbeit und mein Team.
Weiterhin schätze ich an meinem Job den guten Austausch mit den Kollegen auch unter den verschiedenen Abteilungen. So optimiert man darüber hinaus auch vor- und nachgelagerte Prozesse und kann voneinander profitieren.
Durch die Position des Produktionsleiters gibt Egger mir quasi die Möglichkeit, meine Ideen in gewisser Weise kreativ umzusetzen und in die Optimierung des Produktes mit einfließen zu lassen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Ich beginne morgens mit der Analyse der Produktionen vom vergangenen Tag. Anschließend findet der Regelkreis mit den Produktionsmeistern und den Instandhaltungsbeauftragten statt und der technische Tagesablauf wird geplant. Es werden Arbeitsabläufe und Produktionsvorhaben besprochen.
Ansonsten versuche ich verstärkt in der Anlage zu sein und immer ein offenes Ohr zu haben um die Mannschaft zu unterstützen. Aber  auch zahlreiche Meetings bleiben nicht aus. Verschiedene Standortthemen sind ebenso Bestandteil meines abwechslungsreichen und spannenden Jobs, z.B. Produktionsversuche, technische Gegebenheiten, Qualitätsmanagement und Projekte.
Am Nachmittag beginnt eigentlich schon die Vorbereitung für den nächsten Tag ;-)

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse braucht man  für diese Position?
Das ist eine schwierige Frage. Natürlich braucht man grundsätzlich technisches Verständnis und eine gewisse Vorbildung um die technischen Voraussetzungen für ein solches Industrieunternehmen mitzubringen.
Ich persönlich habe sehr viel durch meine verschiedenen Stationen innerhalb des Unternehmens lernen können und viele Kenntnisse ebenso durch die Meisterschule erworben.
Menschlichkeit ist ein wichtiges Thema bei EGGER und ich denke, dass das auf jeden Fall für diesen Job wichtig ist.
Natürlich unterstützt EGGER in jeglichen Belangen mit guten Seminaren, aber einige persönliche Eigenschaften muss eben der Charakter mit sich bringen. Daher sage ich: Immer menschlich bleiben gegenüber den Kollegen, stolz auf seine Mannschaft sein aber/ und dabei natürlich trotzdem den Ablauf in der Produktion sicherstellen.

Welche Aufgaben gefallen Ihnen an Ihrem Job und welche weniger?
Die Abwechslung in den tagtäglichen Themen ist eine große Herausforderung und das macht riesigen Spaß! Leider bleibt oft wenig Zeit für die Gespräche mit meinem MDF-Team.

Wie wichtig finden Sie das Thema Ausbildung bei EGGER?
Ausbildung ist sehr wichtig! Ich denke dadurch, dass unsere Azubis zum einen das Unternehmen besser kennenlernen und gleichzeitig ihre technischen oder kaufmännischen Fähigkeiten weiter ausbauen, sind sie für uns als Unternehmen unerlässlich.
Es kann nur mehr als gut sein von Anfang an die Technik und Prozesse, die Menschen und das Netzwerk zu kennen. Das hilft um später als Facharbeiter die richtigen Entscheidungen zu treffen!

Wollen Sie uns Azubis noch etwas mit auf den Weg geben?
Gebt auf keinen Fall auf, wenn ihr etwas mal nicht versteht! Fragt uns, wir helfen euch!


Vielen Dank für dieses tolle Interview, Herr Kröplin!
Eure Transformers aus Wismar!


10 Fakten - EGGER Wismar


Heute im Blog erfahrt ihr 10 knackige Fakten, die ihr über das Wismarer EGGER Werk noch nicht wusstet ;-)

Unser Werk in Wismar.

1. Wir sind am Standort Wismar derzeit 36 Auszubildende und freuen uns auf die Vergrößerung unseres Teams mit dem Start des neuen Ausbildungsjahres.

2. Pro Tag werden ganze 80 LKW voll mit Holz an EGGER in Wismar geliefert.

3. Insgesamt haben wir in Wismar 18.000 verschiedene Materialien – von der Schraube bis zum Anlagenersatzteil.

4. Wir produzieren eigenen Strom durch unser Kraftwerk und können damit bis zu 7,8 MW pro Stunde erzeugen.

5. 2015 hat der EGGER Standort in Wismar 25 Tonnen Holz in Form von OSB-Platten an den Ort Bützow gespendet. Der Ort war nach einem Tornado-Unglück stark zerstört worden. Mit unseren Platten konnten die  Dächer wieder reparieren werden.

6. Das Egger Werk in Wismar ist das mit 90 Hektar Fläche der zweitgrößte Standort der EGGER Gruppe.

7. Der Standort in Wismar ist  durch seine Lage an der Ostsee natürlich das einzige Werk mit Anbindung an den Seeverkehr. ;-)

8. Der Standort Wismar hat außerdem eine eigene Leimfabrik. Hierdurch versorgen wir nicht nur unsere eigene Produktion sondern können auch andere Werke mit Leim versorgen.

9. Im Jahr 1999 hatte EGGER in Wismar die weltschnellste Kurztaktpresse – zugegeben, das ist schon etwas her. ;-)

10. Jedes Jahr veranstaltet Egger ein Herbstfest für Kindergärten aus Wismar und Umgebung mit Medaillen für die Kleinen. Die Medaillen werden -natürlich aus Holz-  von den Azubis aus dem 1. Lehrjahr gefertigt. Wir machen eben mehr aus Holz! :-)

Bis zum nächsten Mal!
Eure Transformers aus Wismar

Ein Tag an der Holzannahme!

Wie kommt eigentlich das Holz vom Wald in die Produktion?

Ein Tag an der Holzannahme in Wismar...

Wie genau kommt überhaupt das Holz zu uns und wie gelangt es am Ende in die Produktion ohne den Überblick zu verlieren? Alles eine Frage der Organisation.
Als großes holzverarbeitendes Unternehmen benötigt EGGER für die Produktion jeden Tag enorme Mengen an Holz. Das Holzlager auf dem Werksgelände ist riesig und täglich kommt neuer Nachschub.
Man könnte meinen, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht ;-), aber bei EGGER wissen die Mitarbeiter genau Bescheid, wo welches Holz lagert. Die Frage ist: wie genau kommt überhaupt das Holz zu uns und wie gelangt es am Ende in die Produktion ohne den Überblick zu verlieren? Alles eine Frage der Organisation.


Aber der Reihe nach:
Der Großteil des Holzes kommt per LKW an, doch auch Frachtschiffe oder Güterzüge liefern zu uns nach Wismar. An einem normalen Arbeitstag werden rund 100 LKW entladen. Wenn ein solcher am Werk eintrifft, meldet sich der Fahrer an der Pforte an. Das ist wichtig, um alles protokollieren und nachvollziehen zu können. Außerdem wird das beladene Fahrzeug noch gewogen, um später das genaue Gewicht der Holzstämme zu kennen, wenn der leere LKW bei der Abfahrt nochmals gewogen wird.
Im Anschluss daran fährt der LKW auf den Holzplatz im Werk, wo die Mitarbeiter alle weiteren Arbeitsschritte genau dokumentieren. Zur Überprüfung des Holzes wird eine Holzprobe genommen. Dafür wird an verschiedenen Stellen ein Stamm angesägt und die dabei entstehenden Späne gesammelt. Letztere werden in einer Schale gewogen und kommen anschließend bei 103°C in einen Trocknerschrank.

Nach 12 Stunden sind die Späne dann komplett trocken, haben also 0 % Feuchtigkeit. Das Holz wird auf seine Qualität hin geprüft und nochmals gewogen. Das Gewicht der trockenen Späne wird dann auf die gesamte Holzmenge von dem dazugehörigen LKW hochgerechnet. Wichtig ist nämlich für die Produktion, wie viel komplett trockenes Holz vorhanden ist, denn das feuchte Holz muss vor der Verarbeitung ohnehin noch getrocknet werden.
Je nach Qualität und Baumart bekommt ein LKW einen bestimmten Lagerplatz zugewiesen. Dort lädt ein Mitarbeiter mit einem Kran die Stämme ab und stapelt sie auf. Die Holzannahme ist an diesem Punkt abgeschlossen und die Produktion mit Holz versorgt.


Eure Transformers aus Wismar

Übrigens: Eine Besonderheit bei EGGER in Wismar ist, dass direkt neben unserem Werk ein weiteres holzverarbeitendes Unternehmen tätig ist. Über eine Pipeline erhält EGGER Späne und Hackschnitzel, die der andere Betrieb nicht weiter verarbeitet. Diese rieseln dann in eine große Halle auf unserem Gelände. Die Anlieferung ist also super kurz und umweltfreundlich – quasi von Werkspforte zu Werkspforte. Das Holz wird ebenso überprüft wie die Baumstämme und fließt nach der Qualitätsprüfung in die Produktion ein.








Interview mit der technischen Werksleitung Gifhorn - Herr Matthias Veile

Wir hatten die Möglichkeit, ein kurzes Gespräch mit unserem Werksleiter Technik/Produktion zu führen und haben dabei einen Einblick in die Karriere von Matthias Veile bekommen und auch erfahren, was er über die Themen Ausbildung und Facebook denkt.

Bianca im Interview mit Herrn Veile

Wie sind Sie auf EGGER aufmerksam geworden?
Ich habe nach meinem Holztechnik-Studium in Rosenheim einen Betrieb für meine  Diplomarbeit gesucht und bin durch einen Studienkollegen auf EGGER aufmerksam geworden. Durch ihn habe ich mehr über das Unternehmen erfahren und mein Interesse wurde geweckt. Nach meiner Bewerbung wurde ich auch gleich zum Gespräch eingeladen und keine 8 Wochen später habe ich bei EGGER in Brilon angefangen.


In welchem Bereich sind Sie damals bei EGGER gestartet?
Ich startete für meine Diplomarbeit im Bereich der MDF-Produktion in Brilon. Es ging um ein neues Messverfahren zur Prüfung der Platten direkt nach dem Pressvorgang.
Im Anschluss daran war ich 6 Monate als Assistent des Produktionsleiters in Barony, Schottland. Die Entsendung erfolgte im Rahmen des ersten Traineeprogrammes, das bei EGGER durchgeführt wurde. Es handelte sich um vier Wochen Intensivtraining im Stammwerk in St. Johann, Österreich, mit anschließender, werksübergreifender Projektarbeit.


Warum sind Auszubildende für EGGER so wichtig?
Die Auszubildenden sind unsere Fachkräfte von morgen! Durch sie bekommen wir „frischen Wind“ in das Unternehmen. Die Auszubildenden bringen viele neue Ideen, Kreativität und vor allem neue Sichtweisen mit.


Was sind die Vorteile einer Berufsausbildung gegenüber einer akademischen Ausbildung?
Ich selber habe zuerst die mittlere Reife und dann eine Ausbildung gemacht. So konnte ich mich erst einmal im Berufsleben orientieren, grundlegende Dinge und Abläufe kennenlernen. Ich würde es jederzeit wieder so machen: zuerst eine Ausbildung um das Arbeiten, die Abläufe in verschiedenen Abteilungen und das Zusammenarbeiten mit Kollegen im Team kennenzulernen und danach ein Studium oben drauf setzen und die Inhalte vertiefen, wenn es notwendig oder gewünscht ist.


Wie finden Sie es, dass EGGER auf Facebook vertreten ist?
Sehr gut! Ich bin selber nicht auf Facebook, finde es aber gut weil es den heutigen Zeitgeist wiedergibt. Als Unternehmen kann man sich auf dieser Plattform und auch auf anderen Social Media Kanälen sehr gut präsentieren und die Ansprache dadurch deutlich vereinfachen.


Was möchten Sie uns Azubis mit auf den Weg geben?
Wenn man etwas erreichen will, sei es beruflich oder privat, muss man zuerst einmal fest  daran glauben und dann aber auch etwas dafür tun! Man muss Motivation mitbringen und dann eben auch mal den Weg gehen, der einem vielleicht nicht so leicht fällt. Bedeutet auch mal eine Party ausfallen zu lassen und dafür zu lernen, oder auch mal Zusatzaufgaben auf der Arbeit zu übernehmen.






Vom Baum zur Platte - Die OSB-Produktion im Kurzdurchlauf

Wie entsteht eigentlich so eine OSB-Platte?



"Entstehungsprozess einer OSB-Platte"

Hier bei uns in Wismar wird die Fertigung von OSB groß geschrieben, denn die OSB-Platte ist ein beliebtes Produkt auf dem Markt. Sie lässt sich zu jeder Jahreszeit, egal ob Sommer oder Winter, gut verkaufen. 

Aber was ist OSB eigentlich? Es hat nichts mit Sticks oder PC-Anschlüssen zu tun. ;-)
OSB ist die Abkürzung für „oriented strand board“. Die OSB Platte trägt diesen Namen,  weil die Strands (Holzspäne) in eine bestimmte Richtung „orientiert“ zu einer Platte verpresst werden. Aber mehr dazu später...


Der Weg unserer OSB-Platte beginnt auf dem Holzplatz, wo die Baumstämme  vorsortiert werden. Nadelhölzer (Kiefer und Fichte) von sehr guter Qualität  kommen in die Deckschicht; Erle, Birke, Fichte u.a. kommen in die Mittelschicht.

Vom Holzplatz aus kommen unsere Baumstämme in den sogenannten "Gentlefeed" und werden zur Entrindungstrommel transportiert. In der Entrindungstrommel schlagen die Baumstämme gegeneinander und entrinden sich gegenseitig.
Frisch geduscht und nach Fremdkörpern kontrolliert werden die Stämme zum Zerspanen vorbereitet.
Den Zerspaner kann man sich wie einen riesigen Bleistiftanspitzer vorstellen, der gleichlange Strands mit rotierenden Klingen abtrennt. Im Anschluss werden die Strands getrocknet.
Nachdem die Strands ganz fein mit Leim besprüht wurden, fallen sie in eine Richtung „orientiert“ auf ein Band. Die OSB-Platte besteht insgesamt aus 3 Schichten. Zuerst eine Deckschicht, quer dazu die Mittelschicht und dann nochmal eine Deckschicht. Jede Schicht wird dabei mit einem starken Magneten von kleineren metallenen Fremdkörpern befreit. Das Band transportiert unseren Strand-Kuchen nun direkt zur Presse.
Die Presse produziert unter hohem Druck und hoher Hitze  eine unendlich lange OSB Platte. Diese wird dann in bestimmten Abständen geschnitten um Vollformate gleicher Größe zu bekommen. Dann "nur noch" abkühlen, in die gewünschten Größen zuschneiden - und fertig ist unsere OSB-Platte! ;-)